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Das Neue Digitale Normal

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Was können wir von anderen Ländern lernen?

Nicht alles ist 1:1 √ľbertragbar aber dennoch lohnt der Blick.

Angesichts des andauernden Lockdowns schauen viele Deutsche verwundert und gleichzeitig sehns√ľchtig in Richtung China. Dort wo der Virus scheinbar entstanden ist, schreibt die Wirtschaft wieder positive Wachstumszahlen und das gesellschaftliche Leben l√§uft relativ entspannt. Angesichts dieser Beobachtungen fragt man sich nat√ľrlich wie konnte China diesen Turnaround schaffen?

In der politischen Debatte wird China als Vorbild mit dem Argument nicht vergleichbarer Systeme per se abgeschmettert. Aber ist das richtig?

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China ist eines der Länder, mit einer positiven Wachstumsbilanz in 2020.

Prof. Dr. Doris Fischer
Inhaberin des Lehrstuhls China Business and Economics und Vizepr√§sidenten der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg.

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Key Learnings:

‚Ė∂ÔłŹ Systemische Unterschiede:
Es ist richtig, dass nicht alle ergriffenen Maßnahmen in China in der Pandemie-Bekämpfung 1:1 transferierbar sind, angesichts unterschiedlicher Rahmenbedingungen vor Ort (Politik, Wohnform, Sozialverhalten etc.).

‚Ė∂ÔłŹ Wegsehen ist keine L√∂sung:
Dennoch ist es falsch und unfair, die in China ergriffenen Maßnahmen per se zu verwerfen.

‚Ė∂ÔłŹ Kommunikation:
China hat fr√ľh kommuniziert, dass man Krieg gegen einen Virus f√ľhrt und es sich hierbei um eine Pandemie handelt, die lange dauern wird. Darauf konnten sich alle einstellen.

‚Ė∂ÔłŹ Abschottung:
China hat sich sehr fr√ľh selbst ‚Äězur Insel gemacht‚Äú. Nach wie vor m√ľssen sich Einreisende zwei Wochen in Quarant√§ne begeben und mehrere Tests ablegen. Damit wird das externe Risiko, den Virus von au√üen einzuschleppen, deutlich reduziert.

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Tracing, Null-Strategie, Insellösung und SARS-Erfahrung

Prof. Dr. Doris Fischer berichtet √ľber den strategischen Ansatz, die Infektions- und Todeszahlen auf null zu dr√ľcken und die Frage, wie man es schafft sich von au√üen abzuschotten und tempor√§r zu einer Insel zu machen. Dar√ľber haben China und weitere asiatische L√§nder SARS-Erfahrung. Umso mehr lohnt sich der aufgeschlossene Blick. 

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Intro

Der digitale Wandel ist schnell und disruptiv. Ausgelöst durch die Corona-Pandemie, wurde dieser Trend noch einmal multipliziert. Die Art und Weise der Zusammenarbeit und die Kommunikation haben sich stark verändert. Viele Geschäftsmodelle geraten unter Druck. Neue Technologien halten rasant Einzug.

Diejenigen, die darauf hoffen, dass die Uhren zur√ľckgedreht werden, liegen falsch und riskieren ihre zuk√ľnftige Wettbewerbsf√§higkeit.
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Dr. Lukas Kagerbauer

Dozent, Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg
Gr√ľnder, WUEconomics Institut
Bereichsleiter Berufsausbildung, IHK W√ľrzburg-Schweinfurt

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Entstehung des Multimedia-Projekts

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Einblicke in das "Neue digitale Normal"‚ÄÉ‚ÄÉ

Ziel:

Mit der Multimedia-Plattform wird das primäre Ziel verfolgt, den Transfer von transdisziplinären wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich der Auswirkungen des Corona-Schocks sowie der beschleunigten digitalen Transformation auf die Wirtschaft zu fördern.

Thema:
Hierbei wird das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Neben den makro- und regional√∂konomischen Auswirkungen des Corona-Schocks auf die Wirtschaft und dem damit verbundenen digitalen Schub, werden die Oberthemen ‚ÄěNew Work‚Äú, ‚ÄěBildung und F√§higkeiten der Zukunft‚Äú sowie ‚ÄěNeue Technologien und Digital Business Transformation‚Äú aufgegriffen. Den Studenten stehen hier u.a. Prof. Dr. Peter Bofinger, Prof. Dr. Klaus Schilling, IHK-Pr√§sident Dr. Klaus D. Mapara, weitere Professoren und Experten als Interviewpartner zur Verf√ľgung.

Produkt(ion):
Die Multimedia-Plattform ist das
Kernst√ľck des Projekts und bildet ein innovatives Format zur nachhaltigen Wissensvermittlung. In Videos, Audiofiles, Texten, Infografiken, Bildern und Vorher-Nachher-Slidern werden Informationen aufgearbeitet. Die einzelnen Beitr√§ge k√∂nnen als separate Module medial kommuniziert werden (z.B. √ľber Website, Social Media, Podcast).

Die Produktion der Multimedia-Reportage ‚ÄěNew (Digital) Normal‚Äú erfolgte im Rahmen eines Projektseminars im Studienschwerpunkt Wirtschaftsjournalismus der Universit√§t W√ľrzburg im Wintersemester 2020/2021 unter Anleitung von Dr. Lukas Kagerbauer (IHK W√ľrzbug-Schweinfurt & Universit√§t W√ľrzburg), Matthias Ehring (WDR) und Prof. Dr. Kim Otto (Universit√§t W√ľrzburg).

Win-Win:
"Praxisnahe Lehre mit Mehrwert f√ľr die Wirtschaft". Das Ziel dieses Seminars ist es, den Studierenden mit wirtschaftswissenschaftlicher oder kommunikationswissenschaftlicher Ausrichtung praxisnah Techniken der audiovisuellen und der crossmedialen Kommunikation zu vermitteln. So profitieren die Studierenden von der engen Vernetzung innerhalb eines Projektes, der N√§he zu wirtschaftswissenschaftlichen Themen sowie der praxisnahen Anwendung und √úbung im Hinblick auf die crossmediale Produktion. Dar√ľber hinaus erhalten Betriebe und die breite √Ėffentlichkeit Einblicke in die Zukunft der Arbeitswelt mit/nach Corona, digitale Gesch√§ftsmodelle, Zukunftstechnologien und vieles mehr. 

Projektleitung:

Dr. Lukas Kagerbauer
Universit√§t W√ľrzburg, Lehrbeauftragter
Lehrstuhl f√ľr Wirtschaftsjournalismus
Lehrstuhl f√ľr √Ėkonometrie und Statistik
Sanderring 2, 97070 W√ľrzburg

Dipl. Medienökonom Matthias Ehring
Lehrbeauftragter
Lehrstuhl f√ľr Wirtschaftsjournalismus
Freier Autor des Westdeutscher Rundfunk (WDR) 

Prof. Dr. Kim Otto
Universit√§t W√ľrzburg, Inhaber des Lehrstuhls f√ľr Wirtschaftsjournalismus und Wirtschaftskommunikation,
Sanderring 2, 97070 W√ľrzburg

Produzenten & Autoren:
‚Ė∂ÔłŹ Makro√∂konomischer Schock
(Andreas Wolf, Julian Katzenberger, Felix Bauer)
‚Ė∂ÔłŹ Corona Konjunktur-Schock in Mainfranken
(Ewald Reichenborn, Sebastian Böning)
‚Ė∂ÔłŹ Corona-Krise, Bildungskrise?
(Maria Gerberich, Michèle Supp)
‚Ė∂ÔłŹ Leadership im ‚ÄěNeuen (digitalen) Normal‚Äú
(Mehmet B√ľy√ľkleyla, Salih K√∂se)

‚Ė∂ÔłŹ Future Skills
(Lukas Mahr, Collin Kricancic)
‚Ė∂ÔłŹ Kommunikation und Kollaboration
(Christin May, Tamara Emmert)
‚Ė∂ÔłŹ KI & Social Media Network Analytics
(Max Vogeley, Maximilian Dickert)
‚Ė∂ÔłŹ ZDEX ‚Äď Hands on Digitalisierung
(Jule Hallmann, Paula Rausch)
‚Ė∂ÔłŹ Telematik & IoT
(Claudia Kukulski, Fabian Lother)
‚Ė∂ÔłŹ Chancen und Herausforderungen digitaler Gesch√§ftsmodelle
(Malte Nienhaus, Melvin Kebekus)
‚Ė∂ÔłŹ Digitale Gesch√§ftsmodelle & IoT
(Clara Buchholz, Lea Keck)
‚Ė∂ÔłŹ Was k√∂nnen wir von anderen L√§ndern (China) lernen?
(Dr. Lukas Kagerbauer)

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Makroökonomischer Schock

Seit März 2020 kämpft die deutsche Wirtschaft mit Restriktionen: geschlossene Restaurants, eingeschränkte Produktion sowie verunsicherten Verbrauchern und Investoren.

Was hat dies f√ľr Auswirkungen auf die Zukunft Deutschlands?
Wie kann das Schlimmste vermieden werden und welche Chancen ergeben sich aus der COVID-19-Pandemie?

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Generell ist festzuhalten, dass die Corona-Pandemie einen simultanen Angebots- und Nachfrageschock bewirkte. Staatliche Unterst√ľtzungsma√ünahmen zielen vorrangig auf die Angebotsseite (bspw. Finanzhilfen f√ľr Unternehmen) ab. Zur Eind√§mmung der Pandemie wird der private Konsum stark eingeschr√§nkt (Restaurantbesuche, Tourismus, Kulturveranstaltungen, Messen, usw.). Die staatliche Unterst√ľtzung der Nachfrageseite erfolgt u.a. indirekt √ľber die Gew√§hrung von Kurzarbeitsprogrammen.

Die Wirksamkeit der Unterst√ľtzungsma√ünahmen ist von gro√üer Bedeutung. Greifen die Programme nicht, droht eine verl√§ngerte Rezession. Aus dieser k√∂nnen Entlassungswellen, Banken- und Firmenpleiten resultieren.
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Globale Wertschöpfungsketten:
Bei weltweiten Wertsch√∂pfungsketten √ľbertragen sich Produktionsausf√§lle. Fehlende Vorleistungen in stark von Corona betroffenen L√§ndern k√∂nnen dazu f√ľhren, dass auch in Deutschland Produktionsprozesse zum Stillstand kommen.

Pandemiebedingt kann es zu Grenzschließungen, Flugausfällen und Stornierungen im Fernverkehr kommen. Es drohen im Extremfall Versorgungsengpässe.

Ausfall von Beschäftigten:
Der Corona-Virus bedroht die Gesundheit von Menschen. Bei einer Erkrankung kommt es in der Folge zu einem l√§ngerfristigen Ausfall von Mitarbeitern. Durch die hohe Ansteckungsgefahr und strengen Quarant√§neregeln kann es hier schnell zu einer Kettenreaktion kommen. Dar√ľber hinaus hat die Schlie√üung von Schulen, Kinderg√§rten und Betreuungseinrichtungen dazu gef√ľhrt, dass Besch√§ftigte sich neben der Arbeit um ihre Kinder k√ľmmern mussten. Neben einer starken mentalen Belastung der Mitarbeiter, ist davon auszugehen, dass vielfach auch die Produktivit√§t gelitten hat.

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Globale Nachfrage nach deutschen G√ľtern:
Die Nachfrage nach deutschen Vorprodukten, Investitions- und Konsumg√ľtern sowie Tourismus-Dienstleistungen ist im Zuge der Corona-Pandemie gesunken.

Inländischer Nachfrageschock:
Negative Auswirkungen auf der Nachfrageseite ergeben sich auch durch die binnenwirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns. Der private Konsum wurde zum Teil massiv eingeschränkt. In vielen Bereichen ist nicht zwingend mit zeitlichen Nachholeffekten zu rechnen.

Verunsicherung und Vorsichtssparen:
Angst vor Einkommensverlusten und Arbeitslosigkeit verunsichern die Konsumenten. Größere Investitionen werden verschoben. Es kommt zu einem erhöhten Vorsichtssparen.

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Risiko f√ľr Deutschland: Schuldenbremse vs. Zukunftsinvestitionen

Prof. Dr. Peter Bofinger,
Seniorprofessur f√ľr VWL, Geld und internationale Beziehungen an der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Der ehemalige Wirtschaftsweise Prof. Dr. Peter Bofinger sieht als eines der größten wirtschaftlichen Risiken der Der ehemalige Wirtschaftsweise Prof. Dr. Peter Bofinger sieht als eines der größten wirtschaftlichen Risiken der Corona Pandemie, dass der Staat auf der einen Seite in hohem Maße Schulden aufnehmen muss und auf der anderen Seite diese aufgrund von Regelungen zur Schuldenbremse in einem angemessenen Zeitraum zu tilgen sind. In der Folge fehlen finanzielle Mittel zur Investition in wichtige Zukunftsthemen (Klimaschutz, Bildung etc.).

Gelingt der Spagat nicht, bedroht dies die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

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Chancen der Pandemie f√ľr den Wirtschaftsstandort Deutschland: Digitaler Weckruf

Prof. Dr. Peter Bofinger,
Seniorprofessur f√ľr VWL, Geld und internationale Beziehungen an der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Prof. Dr. Peter Bofinger sieht in der Corona-Pandemie einen ‚ÄěWeckruf‚Äú f√ľr die digitale Transformation vieler deutscher Unternehmen. Auf der einen Seite gibt es bereits viele progressive und innovative Betriebe, auf der anderen Seite hat die Corona-Pandemie vielen Unternehmen die Notwendigkeit aufgezeigt, ihren Digitalisierungsgrad weiter voranzubringen. Dadurch haben sie die Chance langfristig mit gr√∂√üeren Unternehmen und digitalen Plattformen mitzuhalten.
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Verunsicherung und eine pessimistische Erwartungshaltung k√∂nnen zu einer konjunkturellen Abw√§rtsspirale f√ľhren. Um diese Entwicklung zu verhindern, helfen verl√§ssliche staatliche F√∂rderprogramme und Pl√§ne. Insbesondere die transparente Darstellung und Kommunikation von √Ėffnungsszenarien ist von gro√üer Bedeutung und hilft Unternehmen bei der Planung des Re-Start.

Dar√ľber hinaus gilt es das Augenmerk auf die Gestaltung wirtschaftsfreundlicher Rahmenbedingungen zu legen sowie die F√∂rderung von Zukunftstechnologien (z.B. KI, Wasserstoff) und Zukunftsthemen (z.B. Nachhaltigkeit).

Der Weg aus der Krise erfordert ein verlässliches Miteinander von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

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Corona Konjunktur-Schock

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Wirtschaftsschock in Mainfranken

Die Corona-Krise h√§lt die globale Wirtschaft seit M√§rz 2020 fest im Griff. Fast jeder ist von den Folgen der Pandemie direkt oder indirekt betroffen. Viele Betriebe sind in die Krise gerutscht und zahlreiche Existenzen sind bedroht. Die Unsicherheit ist gro√ü und dies bremst den Konsum und Investitionen. Geschlossene Grenzen und Gesch√§fte, unterbrochene Lieferketten und eine hohe Unsicherheit bei Verbrauchern und Unternehmen haben zu einem wirtschaftlichen Einbruch gef√ľhrt. In vielen Betrieben wurde Kurzarbeit als stabilisierendes Element eingef√ľhrt. F√ľr viele Betriebe unerl√§sslich, f√ľhrte dies jedoch zu Einkommenseinbu√üen von Besch√§ftigten, viele mussten und m√ľssen um ihren Arbeitsplatz bangen. Angesichts des zweiten Lockdowns, der sich bis in den April 2021 zieht, bleibt die Verunsicherung hoch.
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Wirft man den Blick zur√ľck in das erste Quartal 2020, so konnte man hier feststellen, dass sich die Wirtschaft nach fast zehn Jahren Hochkonjunktur in eine Rezessionsphase bewegt hat. Die Auswirkungen der Pandemie, die sich zun√§chst nur in China verbreitete, noch nicht branchen√ľbergreifend zu sp√ľren. Der wirtschaftliche Einbruch in den Folgequartalen war umso gravierender. Das Statistische Bundesamt verzeichnete im zweiten Quartal 2020 einen Einbruch des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 10,1 Prozent im Vergleich zum Fr√ľhjahr 2019. Das ist der tiefste Einbruch seit Beginn der viertelj√§hrlichen Aufzeichnungen im Jahr 1970. Im dritten und vierten Quartal 2020 wurden ebenfalls deutliche R√ľckg√§nge verzeichnet. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der mainfr√§nkischen Konjunktur wider.

Was macht die Corona-Krise so gravierend? Woran liegt es, dass der Einbruch des BIP 2020 sogar den R√ľckgang der Finanzkrise 2008/09 √ľbertroffen hat?

Hierzu berichtet Dr. Klaus D. Mapara, Pr√§sident der IHK W√ľrzburg-Schweinfurt und CEO des Robert Krick Verlag GmbH + Co. KG.

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Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die gesamte Breite der Wirtschaft

Dr. Klaus D. Mapara
Pr√§sident IHK W√ľrzburg-Schweinfurt und CEO Krick Gruppe

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Pre-Covid-19
Mainfranken ist eine Region mit hoher Lebensqualität, Kultur, Tourismus und Kulinarik. Vor dem Hintergrund einer langen konjunkturellen Hochphase und dem stabilen privaten Konsum, haben die Unternehmen aus diesem Bereich profitieren können. Auch der Handel profitierte vom starken privaten Konsum. Der stationäre Einzelhandel war bereits vor Corona durch den steigenden Online-Handel unter Druck geraten.

Mit Covid-19
Die Politik hat dem Gastronomiebereich umfangreiche Hilfen in Aussicht gestellt. Mit den November- und Dezemberhilfen aus dem Jahr 2020 erhalten Gastronomen eine Kompensation von bis zu 75 Prozent der Umsätze aus den Vorjahresmonaten. Was einfach klingt, ist in der Praxis kompliziert. Die Auszahlung dieser Hilfen verzögert sich und viele Betriebe geraten in massive Liquiditätsschwierigkeiten.
Der Einzelhandel blieb bis vor Weihnachten ge√∂ffnet. Hier wurden andere Kompensationsma√ünahmen in Aussicht gestellt (Soforthilfen, √úberbr√ľckungshilfe, vereinfachte Abschreibungsm√∂glichkeiten etc.). Allerdings gibt es auch hier Liquidit√§tsprobleme und Planungsunsicherheit. Aus Sicht des Branchenverbands (HBE) reichen die aktuellen Ma√ünahmen nicht aus. Man bef√ľrchtet allein im Einzelhandel bis zu 50.000 Insolvenzen. 

Es kommt nun darauf an, dass die Politik f√ľr eine schnelle Auszahlung der Konjunkturhilfen sorgt und dar√ľber hinaus einen transparenten und verl√§sslichen Exit- und Zukunftsplan erstell und umsetzt

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In jeder Krise gibt es auch Chancen und Gewinner. Dies zeigt sich auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Während viele Unternehmen versuchen sich vor einer drohenden Insolvenz zu retten, erleben andere einen wahren Höhenflug.

Als Beispiel kann hier z.B. das W√ľrzburger Unternehmen Va-Q-Tec AG genannt werden. Das Unternehmen produziert ‚ÄěVakuumcontainer‚Äú, die sich z.B. f√ľr den Transport von Corona-Impfstoffen oder Tests eignen. Die Substanzen m√ľssen konstant bei minus 70 Grad gelagert und transportiert werden, um ihre Wirkung gew√§hrleisten zu k√∂nnen. Mit ihren innovativen Thermocontainern ist der sichere Transport gew√§hrleistet. Dies f√ľhrte zu vollen Auftragsb√ľchern und einem stark steigenden Aktienkurs.

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Heute schon an (√ľber-)morgen denken

Herr Dr. Klaus D. Mapara:
"Viele H√§ndler m√ľssen sich Gedanken machen, wie sie sich in der Zukunft aufstellen wollen."

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Auf staatliche Unterst√ľtzung alleine, sollten sich Unternehmen in Krisenzeiten grunds√§tzlich nicht verlassen. Um auch in Zukunft wettbewerbsf√§hig zu sein, m√ľssen gerade in Krisenzeiten die Weichen f√ľr die Zukunft gestellt werden. Es geht dabei auch darum, das eigene Gesch√§ftsmodell st√§ndig kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Der Digitalisierungsschub, der mit Corona einher gegangen ist, hat dazu gef√ľhrt, dass viele Betriebe und Organisationen in Sachen Digitalisierung ins kalte Wasser geworfen wurden. Viele Projekte, die in der mittelfristigen Planung waren, mussten praktisch sofort umgesetzt werden ‚Äď und vieles hat dann auch sehr gut funktioniert. Aus dieser Sicht war der Schock sicher wertvoll, weil man von der Planung zum Machen gezwungen wurde.

Corona hat zudem schonungslos offenbart, dass viele Digitalisierungsprojekte zwar geplant, aber eben noch nicht gestartet wurden. Corona hat sich in vielerlei Hinsicht als Multiplikator f√ľr den digitalen Wandel erwiesen. In der Praxis hat dies auch zu Reibungsverlusten gef√ľhrt. Betriebe und Besch√§ftigte haben jedoch auch schnell und viel gelernt, sodass der Corona-Schock in Sachen Aufbau von Digitalkompetenz auch viel Gutes mit sich gebracht hat.
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Blick in die Glaskugel:
Ein wirtschaftlicher Ausblick f√ľr die mainfr√§nkische Wirtschaft ist aktuell nicht einfach. Es herrscht weiter eine hohe Unsicherheit. Dar√ľber hinaus h√§ngt zudem vieles an der Auslandsnachfrage und der Realisierung des Re-Start im Fr√ľhjahr 2021.

Nachholbedarfe erkennen und beheben: 
In Sachen digitaler Transformation der Wirtschaft gibt es in Deutschland und auch Mainfranken Nachholbedarf. Dies belegt der Digitalkompass 2020, welcher von der IHK W√ľrzburg-Schweinfurt in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Axel Winkelmann (Lehrstuhl f√ľr BWL und Wirtschaftsinformatik an der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg) ver√∂ffentlicht wurde. Um die Potenziale nutzen zu k√∂nnen, braucht es auch die Unterst√ľtzung der Politik in Sachen Abbau von b√ľrokratischen Hemmnissen und Schaffung von fl√§chendeckender Breitband-Infrastruktur & 5G. Dar√ľber hinaus gilt es Zukunftstechnologien wie KI oder Wasserstoff nachhaltig zu f√∂rdern.

‚ÄěDas neue digitale Normal‚Äú
Gesellschaft und Wirtschaft m√ľssen sich nachhaltig auf Ver√§nderungen und Fortschritt einstellen. Wichtig ist hier Offenheit f√ľr Wandel und Digitalisierung. Eine echte Blaupause gibt es nicht. Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft m√ľssen sich das neue Gleichgewicht gemeinsam erarbeiten. 

Hierzu die Einschätzung Dr. Maparas:

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Neues Equilibrium als Gesellschaft erarbeiten

Dr. Klaus D. Mapara
"Ohne probieren geht nix!"

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Bildung, Corona und Politik

Im M√§rz 2020 haben sich die Meldungen √ľber den neuartigen Virus Sars-Cov-2 √ľberschlagen. Das t√§gliche Leben, wie wir es kannten, hat sich massiv ver√§ndert und viele Bereiche sind zum Stillstand gekommen.

Dies hat nicht nur den Handel, die Gastronomie, Kulturst√§tten und Veranstaltungen betroffen, sondern auch Kinderg√§rten und Schulen. Letztere wurden √ľber rund drei Monate komplett geschlossen. Da digitale Konzepte nicht √ľberall einsatzbereit waren, bef√ľrchteten Experten kurzfristige Leistungsr√ľckg√§nge, steigende Bildungsungleichheit und langfristige Wohlstandseinbu√üen. Prof. Dr. Christina Felfe de Orme√Īo warnt vor m√∂glichen Folgen f√ľr Kinder, Jugendliche und unsere Volkswirtschaft.

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Prof. Christina Felfe de Orme√Īo

Sie ist Professorin f√ľr Arbeitsmarkt√∂konomik an der Universit√§t W√ľrzburg und hat mit 93 deutschen √Ėkonom/innen einen bildungspolitischen Appell an die Bundesregierung initiiert. In diesem rufen sie dazu auf, allen Kindern und Jugendlichen im gleichen Ma√üe Bildung zu erm√∂glichen.

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Auswirkungen der Corona Pandemie auf (Schul-)Kinder

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Im Zuge der Corona-Pandemie wurden weltweit rund 1,5 Mrd. Kinder aus dem Klassenzimmer ins Homeschooling geschickt. Die Schlie√üung der Schulen hat vielen Kindern enorme Schwierigkeiten bereitet. Laut dem Bildungs√∂konom Ludger W√∂√ümann sind die Reibungsverluste mit massiven √∂konomischen Folgekosten verbunden. Der ifo-Experte h√§lt es f√ľr m√∂glich, dass die fehlende Wissensvermittlung von einem Drittel Schuljahr zu langfristigen Einbu√üen von drei bis vier Prozent des Lebenseinkommens bei den Betroffenen f√ľhren kann. Eine Umfrage des ifo Instituts unter rund 1000 Eltern verdeutlicht, dass der Switch vom Klassenzimmer auf Homeschooling nicht reibungslos verlaufen ist. W√§hrend vor Corona 89 Prozent der Sch√ľlerinnen und Sch√ľler mindestens f√ľnf Stunden t√§glich mit schulischen Aktivit√§ten verbracht haben, kamen w√§hrend der Schulschlie√üung nur noch etwa 14 Prozent auf diese f√ľnf Stunden Unterrichts- und Lernzeit. Dabei gab es kaum Unterschiede, bezogen auf den Bildungshintergrund die Eltern. Am st√§rksten betroffen waren leistungsschwache und benachteiligten Kinder. Es ist zu bef√ľrchten, dass die Pandemie die Bildungsungleichheit verst√§rkt.
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"Lernen (ist) ein aufeinander aufbauender dynamischer Prozess [..,], bei dem Stillstand R√ľckschritt bedeutet."

Prof. Dr. Ludger Wößmann
(Leiter ifo Institut f√ľr Bildungs√∂konomik)
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"Ich habe mit der Plattform ‚Äěpadlet‚Äú gearbeitet und so eine Art digitales Klassenzimmer aufgebaut. Hier konnte ich Inhalte, wie Lernvideos, Arbeitsbl√§tter und andere Sachen hochladen. Ich konnte auch Inhalte hochladen, die nur f√ľr die Eltern meiner Sch√ľlerInnen zug√§nglich waren. Ich habe mich gegen Videokonferenzen entschieden, da das meine Zweitkl√§ssler meiner Meinung nach √ľberfordert h√§tte. Ansonsten lief der Kontakt √ľber regelm√§√üige Telefonate mit Eltern und Sch√ľlern."

"Was wir bei den Grundschulkindern gemerkt haben, war teilweise ein Abfallen der sozialen Kompetenzen. Die Sch√ľlerInnen kamen lange nicht mit anderen Kindern in Kontakt und so mussten grundlegende Regeln f√ľr das ‚ÄěZusammenleben‚Äú in der Schule gr√ľndlich wiederholt werden."

(Melissa G., Grundschullehrerin)

Im ersten Lockdown war ich noch stiller Begleiter. Dadurch konnte ich die Sch√ľler sehr gut beobachten und musste feststellen, dass der Schulstoff langsamer aufgenommen wurde. Die Kinder waren nicht immer aufmerksam, hatten teilweise schlechte Internetverbindungen und mussten sich selbst zu Aufgaben motivieren - das ist w√§hrend des Unterrichts in der Schule einfacher als daheim neben dem Bett. Zudem gibt es f√ľr das Schuljahr 2020/2021 nur Empfehlungen zum Wiederholen der Klassen, niemand muss sitzen bleiben. Dadurch h√§ngen schlechtere Sch√ľler immer weiter hinterher. Ich hoffe, dass Digitalisierung in der Schule vorankommt, es w√ľrde auch in Zukunft einiges erleichtern.‚Äú

(Maurice F., Referendar)

"Wir wussten nicht wie die App funktioniert und es wurde uns nicht wirklich erklärt. Unsere Eltern wussten auch nicht genau wie man es anwendet und ich habe mich oft mit Freunden abgesprochen, wie alles funktioniert."

"Mir fehlt auf jeden Fall Wissen. Das merke ich jetzt in der achten Klasse deutlich."

"Irgendwann haben wir gar keine Aufgaben mehr bekommen und wir hatten keinen Online Unterricht und Proben wurden gar nicht mehr geschrieben."

(Elisa M., Sch√ľlerin)

"In der Zeit des ersten Lockdowns habe ich es als sehr anstrengend empfunden, meinem Kind neue Themen beizubringen, die ich einfach nicht so vermitteln kann wie eine Lehrkraft."

"Die Lernplattformen waren oft √ľberlastet und man konnte √ľber Stunden nicht auf Unterrichtsmaterial zugreifen."


(Miriam C., Mutter einer Tochter in der 1. Klasse)


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Die Corona-Pandemie hat viele Defizite im deutschen Bildungssystem aufgezeigt. W√§hrend einige Schulen bereits sehr stark digital aufgestellt waren, hat sich die unzureichende digitale Ausstattung anderer Schulen seit Fr√ľhjahr 2020 als gro√üe Herausforderung erwiesen. Viele digitale Projekte und Ans√§tze waren bereits geplant, Konzepte zum Teil erstellt. Allerdings ist Digitalisierung eine Daueraufgabe und im Zuge der Einf√ľhrung gibt es immer Reibungsverluste. Finanzielle Mittel sind in der Regel nicht das gr√∂√üte Hemmnis. Der Staat hat hier zahlreiche F√∂rdert√∂pfe geschaffen. Die gr√∂√üte Herausforderung liegt vielmehr in der detaillierten Gestaltung und praktischen Umsetzung.

Dar√ľber hinaus sind bei einigen Sch√ľlern Bildungsl√ľcken entstanden und die Spreizung zwischen dem Durschnitt und benachteiligten Kindern und Jugendlichen hat zugenommen. Hier muss die Politik und die zust√§ndigen Akteure im Bildungswesen ansetzen.

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Problem in der Feinabstimmung der Investitionen im Bildungsbereich

Prof. Christina Felfe de Orme√Īo
Inhaberin des Lehrstuhls f√ľr VWL, insb. Arbeitsmarkt√∂konomik an der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Entwicklung der Bildungsausgaben in Deutschland

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2021

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In dem nationalen Bildungsbericht "Bildung in Deutschland 2020", der vom Bundesministerium f√ľr Bildung und Forschung finanziert wurde, ist digitale Bildung als wichtiges Thema benannt. Der Bericht zeigt auch, welche Ma√ünahmen die Bundesregierung zur F√∂rderung der Digitalisierung der Schule beschlossen hat.

‚Ė∂ÔłŹ Bund investiert insgesamt sechs Milliarden Euro in den "Digitalpakt Schule"
‚Ė∂ÔłŹ Bed√ľrftige Sch√ľler/-innen erhalten ein digitales Endger√§t
‚Ė∂ÔłŹ Beteiligung des Bundes an der Ausbildung von IT-Administratoren
‚Ė∂ÔłŹ Aufstockung des Digitalpaktes um f√ľnf Milliarden Euro, wodurch Lehrer mit digitalen Endger√§ten ausgestattet werden k√∂nnen
‚Ė∂ÔłŹ Digitalisierung soll in der Lehrerbildung fest verankert werden, damit Lehrer zunehmend an Medienkompetenz gewinnen k√∂nnen

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Wie sieht die Schule von morgen aus? Was haben wir durch Corona und Homeschooling gelernt? Welche Probleme sind entstanden und welche Potenziale haben sich neu er√∂ffnet? Es ist besonders wichtig sich mit diesen Fragen zu besch√§ftigten, damit man die richtigen Lehren und Schl√ľsse ziehen kann, aus den Erfahrungen im Zuge der Corona-Krise.

Es kann festgehalten werden, dass es Reibungsverluste gab, es wurde aber auch viel dazugelernt. Die Medienkompetenz von Sch√ľlern, Lehrern und sogar Eltern ist gestiegen. Wichtig ist es nun, die digitale Ausstattung der Schulen weiter voran zu treiben und Lehrkr√§fte fortlaufend zu qualifizieren, denn die Situation hat sich als sehr heterogen erwiesen.

Ein gro√ües Problem, welches der Lockdown verursacht hat, bleibt. Die Wissensvermittlung ist bei vielen Kindern ins Stocken geraten. Diese hat Einbu√üen auf die Zukunft und damit den Wohlstand und das zu erwartende Lebenseinkommen. Hier gilt es f√ľr die Politik geeignete Mittel zu identifizieren, um diesem Umstand entgegenzuwirken.

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Probleme, die insbesondere die n√§chste(n) Generation(en) bew√§ltigen m√ľssen.

Prof. Christina Felfe de Orme√Īo
"Es ist die Generation, die die Schulden, die wir heute auf uns nehmen, tragen muss."

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Leadership

Im Zuge der Corona-Krise wurden praktisch auf Knopfdruck viel Arbeitspl√§tze vom B√ľro ins eigene Zuhause verlagert. Viele Unternehmen waren darauf nicht vorbereitet und mussten ad hoc digitale L√∂sungen der Kommunikation und Zusammenarbeit finden. Die Corona-Pandemie hat den digitalen Wandel dadurch stark beschleunigt. Die Anforderungen an F√ľhrungskr√§fte haben sich im Zuge dessen ebenfalls gewandelt.
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Im Zuge virtueller Zusammenarbeit und F√ľhrung auf Distanz, r√ľcken neben fachlichen Kompetenzen nunmehr verst√§rkt soziale und kommunikative F√§higkeiten in den Mittelpunkt. Angesichts der Unsicherheit vieler Besch√§ftigter und der Umstellung vieler Arbeitsprozesse, m√ľssen F√ľhrungskr√§fte Vertrauen und Transparenz schaffen und ihre Mitarbeiter mit den entsprechenden (Zeit-)Ressourcen ausstatten.

Die Arbeitspsychologin Frau Prof. Dr. Ulrike Hellert ist Professorin an der FOM Hochschule in N√ľrnberg und Wissenschaftliche Direktorin am Institut f√ľr Arbeit & Personal (iap) und hat im Rahmen eines dreij√§hrigen Drittmittelprojektes das aufgezeigte Spannungsfeld wissenschaftlich analysiert. 

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Der Wandel von Kontrolle zu Vertrauen ist sp√§testens in der aktuellen Corona-Krise erforderlich, um die Grundlage f√ľr Kreativit√§t und Effizienz zu schaffen.

Frau Prof. Dr. Ulrike Hellert,
Arbeitspsychologin und Hochschullehrerin an der FOM Hochschule in N√ľrnberg, im Austausch mit Dr. Lukas Kagerbauer, Bereichsleiter Berufsausbildung bei der Industrie- und Handelskammer W√ľrzburg-Schweinfurt.

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Wertschätzung, Orientierung, Bindung und Empathie

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Zusammenarbeit im digitalen Kontext und F√ľhrung auf Distanz in Organisationen sind keine neuen Ph√§nomene. Allerdings befanden sich vielen kleinen und mittelst√§ndischen Unternehmen und Teile der √∂ffentlichen Verwaltung vor der Corona-Pandemie erst am Anfang der Entwicklung. Die Arbeitswelt von heute und morgen ist gekennzeichnet von einem digitalen Paradoxon. Besch√§ftigte k√∂nnen sich ihre Arbeit vielfach flexibel einteilen und sind zudem st√§ndig erreichbar. Dies erf√ľllt zum einen das Bed√ľrfnis nach Selbstbestimmung und zum anderen steigt der Druck aufgrund st√§ndiger Verf√ľgbarkeit.

Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen. Die Performance von Mitarbeitern und damit die Wettbewerbsf√§higkeit der Betriebe h√§ngt ma√ügeblich von der Ber√ľcksichtigung ge√§nderter Rahmenbedingungen und Anforderungen ab.

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Neues Arbeitsumfeld - neue Herausforderungen

Flexibilit√§t und st√§ndige Erreichbarkeit bilden ein Spannungsfeld f√ľr viele Besch√§ftigte. Was Besch√§ftigte und F√ľhrungskr√§fte tun k√∂nnen, um sich in diesem Umfeld sicher und gesund zu bewegen, erkl√§rt Prof. Dr. Ulrike Hellert in diesem Auszug.

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Auf ein Getr√§nk in der virtuellen Kaffeek√ľche

Zur F√∂rderung der sozialen Aspekte des Arbeitsalltags empfiehlt Frau Prof. Dr. Hellert die Einf√ľhrung von kurzen e-Kaffee-Runden. Mitarbeiter treffen sich hier im virtuellen Raum um sich jenseits der Arbeit √ľber verschiedene Themen austauschen zu k√∂nnen.

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Im Zuge der Corona-Pandemie und des damit verbundenen, beschleunigten digitalen Wandels, haben sich Arbeitsroutinen deutlich ver√§ndert. Die Anforderungen an F√ľhrungskr√§fte haben im virtuellen Kontext ver√§ndert. Empathie und soziale F√§higkeiten erhalten eine h√∂here Akzentuierung.

Es ist davon auszugehen, dass viele positive Erfahrungswerte beibehalten werden und die Arbeitswelt in Zukunft flexibler und mobiler wird. Darauf m√ľssen sich alle Besch√§ftigten und Organisationen einstellen. Es gilt nun, die benannten Herausforderungen zu meistern, um die zahlreichen Vorteile und Potenziale nutzen zu k√∂nnen. Im Optimalfall verbessern sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Work-Life-Balance sowie die Kreativit√§t und Motivation der Besch√§ftigten.

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Arbeitswelt im Wandel

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Future Skills

Welche F√§higkeiten werden in Zukunft aufgrund der dynamischen Arbeitswelt von Arbeitnehmern gefordert?

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Veränderung der Arbeitswelt post Corona

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Aufgrund der Corona Krise im Jahr 2020 haben sich in vielen Betriebe die  Arbeitsabl√§ufe praktisch √ľber Nacht ver√§ndert. Viele hat dies unvorbereitet getroffen. Eine wesentliche Ver√§nderung ist die Verschiebung des Arbeitsplatzes in die h√§uslichen vier W√§nde. Die fehlende Vorbereitung kann u.a. daran abgelesen werden, dass noch im Jahr 2019 im Durchschnitt nur in 1,5 Prozent der Stellenanzeigen mit mobilem Arbeiten geworben wurde.

Fragt man die Besch√§ftigten selbst, so geben 44,3 Prozent in einer DAK-Studie an, dass die Arbeit im Homeoffice genauso gut erledigt werden kann, wie im B√ľro. Dar√ľber hinaus sprechen sich mehr als 60 Prozent der Befragten f√ľr einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice aus. Remote Work ist jedoch eine Umstellung f√ľr viele Besch√§ftigte, F√ľhrungskr√§fte und Organisationen.

Neben den organisatorischen und rechtlichen Fragen, stellt sich auch die Frage, welche F√§higkeiten in der ‚Äěneuen Normalit√§t‚Äú gefragt sein werden?


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Welche Fähigkeiten brauchen Beschäftige in der Zukunft?

Dr. Regina Kempen
Vertretungsprofessorin f√ľr Arbeits- und Organisationspsychologie an der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Was versteckt sich hinter dem Begriff Future Skills?

Future-Skills-Framework des Stifterverbands f√ľr die Deutsche Wissenschaft e. V. (2018)
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Unter dem Begriff Future Skills werden F√§higkeiten verstanden, die zuk√ľnftig sowohl im beruflichen als auch im gesellschaftlichen Alltag von elementarer Bedeutung sein werden. Die Corona-Krise und der beschleunigte digitalen Wandel haben einen sp√ľrbaren Einfluss auf Unternehmensstrukturen. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Prozesse werden neue Schl√ľsselqualifikationen erforderlich. Diese F√§higkeiten lassen sich in drei wesentliche Komponenten gliedern. Der Stifterverband f√ľr die Deutsche Wissenschaft e. V. und McKinsey definierten zu diesem Zweck die Bereiche "Technologische F√§higkeiten‚Äú, ‚ÄěDigitale Schl√ľsself√§higkeiten‚Äú sowie ‚ÄěNicht-digitale Schl√ľsself√§higkeiten‚Äú als relevant.

Hierbei geht es um das Verst√§ndnis f√ľr die Wirkungsweisen neuer Technologien, die F√§higkeit sich in der digitalen Arbeitswelt zurecht zu finden und klassische bzw. nicht-digitale Schl√ľsselqualifikationen wie z.B. Probleml√∂sungskompetenz, Kommunikations- und Teamf√§higkeit.



Future-Skills-Framework des Stifterverbands f√ľr die Deutsche Wissenschaft e. V. (2018)
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Welche Herausforderungen treten bei diesem Veränderungsprozess auf?

Dr. Regina Kempen
Vertretungsprofessorin f√ľr Arbeits- und Organisationspsychologie an der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Top 3 Skills, die Arbeitnehmer benötigen

Quelle: eigene Darstellung
Quelle: eigene Darstellung
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In Zukunft sind bestimmte Kompetenzen und F√§higkeiten - ‚ÄěFuture Skills‚Äú - essenziell. Im Folgenden werden drei wesentliche F√§higkeiten dargestellt. 

Abgrenzungsfähigkeiten:
Durch die zunehmende Verbreitung von Home-Office und flexiblen Arbeitszeiten verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Das Problem des Boundary Managements stellt Arbeitnehmer vor neue Herausforderungen, insbesondere im Bereich des Selbstmanagements. Es gilt, pers√∂nliche Strategien zu entwickeln, die auf die eigenen Bed√ľrfnisse abgestimmt sind, um privates und berufliches zu trennen.

Anpassungsfähigkeiten:
Arbeitnehmer m√ľssen bereit sein f√ľr Ver√§nderungen, um auf dem dynamischen Arbeitsmarkt √ľberleben zu k√∂nnen. Damit verbunden ist die Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und Weiterbildung. Dies ist notwendig, um sich schnell in einem neuen Arbeitsumfeld zurecht zu finden und dieses aktiv mitzugestalten. Beispielsweise f√§llt darunter, dass sich Arbeitnehmer im Home-Office eigenst√§ndig Problemen annehmen und versuchen diese l√∂sungsorientiert anzugehen.

Digitale Schl√ľsself√§higkeiten:
Hierbei handelt es sich um den bewussten Umgang mit digitalen Anwendungen. Hierzu z√§hlt auch die Interaktion und Kommunikation √ľber digitale Kan√§le.

Quelle: eigene Darstellung
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Handlungsempfehlung f√ľr Menschen vor dem Berufseinstieg

Dr. Regina Kempen
Vertretungsprofessorin f√ľr Arbeits- und Organisationspsychologie an der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Ausblick im Hinblick auf Future Skills

Dr. Regina Kempen
Vertretungsprofessorin f√ľr Arbeits- und Organisationspsychologie an der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Kommunikation und Kollaboration

Die Corona-Pandemie hat weite Teile der Arbeitswelt zum Einsatz neuer, digitaler Kommunikationsformen gezwungen. Während vor Corona das Präsenz-Meeting den Standard abbildete, sind plötzlich Videokonferenzen und Online-Veranstaltungen zur neuen Normalität geworden.

Digitalen Kommunikations- und Kollaborationstools wurden, sofern nicht vorher schon vorhanden, schnell eingef√ľhrt. Der pl√∂tzliche Shift vom Arbeitsplatz im B√ľro ins HomeoÔ¨Éce war f√ľr viele ‚Äď Organisationen und Besch√§ftigte ‚Äď eine gro√üe Umstellung. Auf der einen Seite f√ľhrte dies zu neuen Freiheitsgraden, k√ľrzeren Arbeitswegen oder zum Wegfall der Parkplatzsuche. Auf der anderen Seite tr√§gt die steigende Frequenz von Video- und Webkonferenzen, Online-Meetings oder Webinaren zur raschen Ersch√∂pfung, M√ľdigkeit und Ablenkung bei ‚Äď es entsteht eine sogenannte ‚ÄěZoom Fatigue‚Äú. Die rasche Umstellung f√ľhrt zu Herausforderungen und Chancen. Es ist davon auszugehen, dass aufgrund positiver Lerneffekte viele neue und digitale Arbeits- und Kommunikationsformen auch bei einer Normalisierung der Corona-Pandemie beibehalten werden.

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Umstellung ohne Vorlauf

Prof. Dr. Carolin Fleischmann
Professorin im Master-Studiengang Innovation und Entrepreneurship (IUE), Fachhochschule Ansbach

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Der Sprung ins kalte Wasser war f√ľr viele Organisationen und Besch√§ftigte nicht leicht. Nichtsdestotrotz hat die erzwungene Umstellung auf die Nutzung digitaler Kommunikations- und Kollaborationstools viele positive Lerneffekte und eine Effizienzsteigerung mit sich gebracht. Zu den Vorteilen z√§hlt die h√∂here Flexibilit√§t und damit verbunden z.B. eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zudem sparen sich Arbeitnehmer Zeit und Kosten aufgrund einer geringeren Pendelaktivit√§t.

Auch auf Unternehmensseite entstehen Potenziale. Während Arbeitsplätze vor der Krise stark ortsgebunden waren, entsteht durch die temporäre Verlagerung von Teilen der Belegschaft neue Fläche. Diese kann perspektivisch anders genutzt oder sogar eingespart werden.
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Die neue Normalit√§t in der Kommunikation und Zusammenarbeit funktioniert auf Knopfdruck nicht reibungslos. Die Vermischung von Beruf und Privatleben ist f√ľr viele eine gro√üe Umstellung. Die hohe Frequenz von Terminen und Meetings f√ľhrt zu Stress. Dar√ľber hinaus fehlt den Menschen der soziale Kontakt. F√ľr F√ľhrungskr√§fte ist es eine Herausforderung den (pers√∂nlichen) Kontakt zu ihren Teams zu halten und diese remote zu f√ľhren, motivieren und steuern. Es hat sich gezeigt, dass die Umstellung auf neue Formen der digitalen Zusammenarbeit und Kommunikationen Herausforderungen mit sich bringen, denen sich alle Beteiligten stellen m√ľssen. Die zuvor benannten Vorteile √ľberwiegen die Herausforderungen nur dann, wenn man sich der neuen Rahmenbedingungen bewusst ist und aktiv die neue Normalit√§t gestaltet.
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Um externe Dienste auszuschalten, hier Einstellungen ändern.

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Die Corona-Pandemie hat die Dienstreiseaktivit√§t massiv eingeschr√§nkt. Viele Besch√§ftigte, die fr√ľher viel unterwegs waren, sind seit M√§rz 2020 praktisch nicht mehr mit der Bahn gefahren oder geflogen. Der Grund hierf√ľr sind die weitreichenden Reise- und Kontaktbeschr√§nkungen, Quarant√§nevorschriften, geschlossenen Hotels sowie eingeschr√§nkten Reisepl√§ne. Stattdessen ersetzen Videokonferenzen oder Onlinemessen die fr√ľheren Businesstrips durch die Republik oder um die Welt. Neben dem Schutz der Gesundheit der beteiligten Personen, f√∂rdert der Trend die Schonung der Umwelt. Der Wegfall der Reiset√§tigkeit spart speziell bei weltweit agierenden Unternehmen Zeit und Geld.
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Langfristiger Trend zu weniger Geschäftsreisen

Prof. Dr. Carolin Fleischmann
Professorin im Master-Studiengang Innovation und Entrepreneurship (IUE), Fachhochschule Ansbach

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Gestern B√ľro, heute HomeoÔ¨Éce

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Das Coronavirus entwickelt sich zu einem Stresstest f√ľr Unternehmen und Mitarbeiter. Viele Teams sind zu einer virtuellen Zusammenarbeit gezwungen. Die schlagartige Umstellung von Team- und Kommunikationsstrukturen bergen eine Reihe neuer Herausforderungen. Ist eine reibungslose Zusammenarbeit ohne den normalen B√ľroalltag m√∂glich?

F√ľr viele beginnen die Probleme bei der technologischen Infrastruktur im HomeoÔ¨Éce. Eine ausreichende Bandbreite sowie funktionierende Kommunikationssysteme bilden den Grundstein der (Zusammen-)Arbeit. Neben der technologischen Infrastruktur kann auch das h√§usliche Umfeld suboptimale Voraussetzungen bieten. Wer kein eigenes Arbeitszimmer hat, kann m√∂glicherweise nicht so konzentriert arbeiten wie im B√ľro. Familien mit Kindern stehen hier vor einer besonderen Herausforderung. Wie kann die Einteilung der Arbeitszeit ohne vorhandene Kinderbetreuung oder gar in Quarant√§ne funktionieren? Eine andere Herausforderung liegt in der Ver√§nderungsbereitschaft von Menschen. Besch√§ftigte m√ľssen bereit sein, sich auf die neue Situation einzulassen. Vielfach entstehen ohne Sichtkontakt und nonverbale Signale Missverst√§ndnisse. Der Mangel an pers√∂nlicher Interaktion erschwert die Schaffung von Transparenz und die Umsetzung von Arbeitszielen.
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Seit Ausbruch der Corona-Pandemie arbeiten immer mehr Menschen zuhause. Wichtige Meetings und Webkonferenzen laufen im eigenen Wohnzimmer.
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Die KI ist in der Lage die Kommunikation von weltweit agierenden Teams (Global Digital Teams) zu unterst√ľtzen. In den USA werden beispielsweise in manchen Unternehmen Teammeetings aufgezeichnet und ausgewertet. Die Analyse kann Aufschluss √ľber Gespr√§chszeiten, qualitative Beitr√§ge einzelner Personen, Mimik, Gestik und einiges mehr geben. Dar√ľber hinaus kann KI einen Beitrag leisten um Sprachbarrieren zu √ľberwinden, z.B. durch eine simultane √úbersetzung in Echtzeit. Neben diesen Vorteilen gibt es in Deutschland Bedenken angesichts der M√∂glichkeiten zur √úberwachung und Kontrolle.

Die Herausforderung besteht darin, eine L√∂sung zu finden, die einerseits die Rechte der Mitarbeiter sch√ľtzt und anderseits die M√∂glichkeiten der neuen Technologie aussch√∂pft. Gelingt dies, bietet gerade KI einen deutlichen Mehrwert in der Kommunikation und Kollaboration von globalen, virtuellen Teams.
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KI wird den Arbeitsmarkt stark verändern

Prof. Dr. Carolin Fleischmann
Professorin im Master-Studiengang Innovation und Entrepreneurship (IUE), Fachhochschule Ansbach

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KI & Social Media Network Analytics

95 Millionen Instagram-Posts pro Tag, 31,25 Millionen Facebook-Posts pro Minute, 6.000 Tweets pro Sekunde, Tendenz steigend.

Die Analyse sozialer Medien st√ľtzt sich auf gro√üe Datenmengen, um mehr Erkenntnisse √ľber Kunden und Nutzer zu erhalten. Mit dem Ziel, zielrichtige Gesch√§ftsentscheidungen zu treffen, die den Bed√ľrfnissen der Kunden entsprechen, werden diese Daten gesammelt und untersucht.

Netzwerkstrukturen sind besonders reichhaltig an Verkn√ľpfungen und Informationen und bieten die M√∂glichkeit, im Rahmen fundierter Datenanalyse mehrdimensionale Verbindungen nachzuvollziehen. K√ľnstliche Intelligenz kann im Rahmen dieser Analysen dabei helfen, unstrukturierten Datenmengen zu verarbeiten und Entscheidungsgrundlagen zu liefern.

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Soziale Netzwerke sind eine spannende Spielwiese f√ľr Unternehmen zur Generierung von relevanten Informationen.

Prof. Dr. Christoph M. Flath
Inhaber des Lehrstuhls f√ľr Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement am Betriebswirtschaftlichen Institut der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Es gibt eine Reihe technischer Anwendungen, die Unternehmen und Marken tiefergehende Einblicke in Social-Media-Profile von Zielgruppen liefern. Maschine Learning sowie Deep Learning, als Teilgebiete der KI, ben√∂tigen gro√üe Datenmengen um fundierte Aussagen ableiten zu k√∂nnen. Das Umfeld der sozialen Medien bietet eine gro√üe Menge an unstrukturierten Daten. Mit Hilfe dieser Anwendungsbereiche ist es m√∂glich Meinungen und Trends innerhalb von Communities zu erkennen. Mithilfe von KI ist es zudem m√∂glich Inhalte zu erstellen, automatisierte Auswertungen durchzuf√ľhren und Zusammenh√§nge zu interpretieren.

Unternehmen haben ein hohes Interesse zu erfahren, was in Social-Media-Posts und in Kommentare √ľber sie geschrieben wird. Die Analyse der Inhalte hilft dabei, Trends zu erkennen, die Markenreputation im Auge zu behalten sowie neue Wege f√ľr Werbung zu identifizieren oder um Shitstorms einzud√§mmen und zu vermeiden.

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Einblicke in die Arbeitsweise von KI und ML

Zeitliche und inhaltliche Entwicklung der k√ľnstlichen Intelligenz (KI)
Zeitliche und inhaltliche Entwicklung der k√ľnstlichen Intelligenz (KI)
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Um mit Hilfe von K√ľnstlicher Intelligenz Aussagen treffen zu k√∂nnen, bedarf es einer ausreichend gro√üen Datenmenge. Ausgehend davon stellt sich die Frage, wie man von unstrukturierten Daten zu intelligenten Anwendungen kommt?

KI-basierte Algorithmen m√ľssen zun√§chst mit Testdaten trainiert werden. Hierbei werden fortlaufende Test durchlaufen, die das Ziel verfolgen bestimmte logische Muster zu erkennen. In diesem Kontext liest man h√§ufig vom Maschinellen Lernen. Hierbei werden auf Grundlage von statistischen Modellen Zusammenh√§nge und Gesetzm√§√üigkeiten aus Trainingsdaten antrainiert und gefestigt. Bei ausreichender Qualit√§t und Quantit√§t erm√∂glichen diese Lernprozesse anschlie√üend auch einen Transfer der gelernten Muster auf bisher unbekannte Daten. In der Folge erkennt die KI Muster und kann in hoher Geschwindigkeit und Pr√§zision komplexe Zusammenh√§nge offenlegen.

Einfach ausgedr√ľckt: Nachdem ein KI-basierter Algorithmus mit Daten gef√ľttert wurde, kann uns dieser auf Basis von Erfahrungswerten, automatisch und zuverl√§ssig bei der Analyse von Zusammenh√§ngen unterst√ľtzen.

Zeitliche und inhaltliche Entwicklung der k√ľnstlichen Intelligenz (KI)
Zeitliche und inhaltliche Entwicklung der k√ľnstlichen Intelligenz (KI)
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Deep Learning ist ein wichtiges Teilgebiet des Maschinellen Lernens. Hierbei werden Datenpunkte miteinander verbunden und in mehreren Schichten zusammengesetzt, analog zu neuronalen Netzen im menschlichen Gehirn. Diese Netzwerke schaffen komplexe Architekturen, die es dem System ermöglichen, komplexe Muster zu erfassen.

Indem das System Erlerntes wiederholt und mit neuen Inhalten verkn√ľpft, bedarf es im Rahmen des fortgeschrittenen Lernvorgangs keiner weiteren Eingriffe. Diese Funktionsweise der k√ľnstlichen neuronalen Netze ist vom menschlichen Gehirn inspiriert, das Inhalte erlernt und Schlussfolgerungen ziehen kann.
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Mit KI-basierten Sentiment Analyse k√∂nnen Unternehmen Stimmungsindikatoren ableiten, die dabei helfen, ein besseres Verst√§ndnis davon zu bekommen, wie ihre Nutzer denken. Die Verarbeitung nat√ľrlicher Sprache und Bilderkennung erlauben der Stimmungsanalyse, positive und negative Ausdrucksformen zu identifizieren. So k√∂nnen u.a. Marketing Manager aus Unternehmen fr√ľhzeitig Ursachen f√ľr gute oder schlechte Stimmung im Netz erkennen. Besonders relevant sind diese Informationen im Zusammenhang mit Aussagen rund um die eigene Marke, Kampagnen oder Werbung.
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‚Ė∂ÔłŹ Bilderkennung:
Manuelles Durchsuchen und kategorisieren von einzelnen Fotos und Bildern wäre sehr aufwendig, subjektiv und fehleranfällig. Intelligente KI-Analysen ermöglichen das Untersuchen und Sortieren großer Menge an Fotos und Bildern aus dem Internet. Auf großen Datenbanken kann das Unternehmen herausfinden wann, wie und in welchem Kontext ihre Marke erwähnt wird, um daraus weitere Aktionen anzuleiten.

‚Ė∂ÔłŹ Texte verstehen:
Algorithmen aus dem Bereich des Maschinellen Lernens erkennen wie Nutzer miteinander kommunizieren. Natural Language Processing (NLP) ist der technische Fachbegriff, der den Prozess beschreibt, bei dem Systemen beigebracht wird, menschliche Sprache zu interpretieren. So können beispielsweise Kommentare auf ihre Bedeutung hin untersucht werden.

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Facebook

Facebook verwendet KI, um die Bilder und Texte der Nutzer zu verstehen, und nutzt entsprechend intelligente Anwendungen wie z.B.:

‚Ė∂ÔłŹ DeepText analysiert Texte nach deren Inhalt und Stimmungen, ordnet sie einem Kontext zu und leitet daraus Absichten ab. Hiermit lassen sich schnell Trends erkennen.

‚Ė∂ÔłŹ DeepFace erkennt Gesichter mit einer Genauigkeit von 97,35%. Auch hier lassen sich Mithilfe von Mimik und weiteren Verkn√ľpfungen, wie dem Ort oder anderen abgebildeten Personen Muster erkennen.

‚Ė∂ÔłŹ GrokNet, als eines der neuesten KI-Projekte, erkennt z.B. die coole Jacke des Idols auf dem geteilten Bild. In der Folge erhalten User individuelle Links und Kaufbuttons.

Instagram

Hier werden mit Hilfe von KI z.B. Suchwörter, vergebene Likes oder die Verweildauer ausgewertet. Die Vielfalt an Daten ermöglicht das Anbieten von Produkten im Shop, die dem Style des Suchenden entsprechen.

Auf der Explore Seite schaffen intelligente Analyseprogramme eine Vorauswahl und liefern interessenspezifischen Content.
Angesichts der Ver√∂ffentlichung von Bildern und Videos, besteht ein erh√∂htes Risiko f√ľr Bel√§stigungen und Mobbing. Hier werden zur Pr√§vention und Verhinderung ebenfalls KI-Anwendungen eingesetzt. Bereits vor dem Absenden werden negative Texte und Bilder, die andere Menschen verletzen, erkennen identifiziert. Selbiges gilt z.B. f√ľr entbl√∂√üte Geschlechtsteile oder extreme Gewaltdarstellungen.

LinkedIn

Diese Plattform unterst√ľtzt ein effektiveres Matching auf dem Arbeitsmarkt.

Die KI hilft den Bewerbern sich optimal zu pr√§sentieren. Als Beispiel l√§sst sich das neue Format der Vorstellungsvideos anf√ľhren. Hier antwortet der Bewerber auf zuvor feststehende Fragen. Die KI analysiert vor dem Absenden die Aufnahme und gibt bspw. Feedback zur H√§ufung von F√ľllw√∂rtern oder vermeidbaren Phrasen.

Zur Unterst√ľtzung der Recruiter gibt es das intelligente QB-Modell. Dabei gleicht ein Algorithmus Bewerberdaten, wie F√§higkeiten und Erfahrungen, mit der Stellenausschreibung ab und errechnet anhand der vorausgegangenen Bewerbungsprozesse die Matching-Wahrscheinlichkeit. Gut passende Kandidaten werden hervorgehoben.

Pinterest

Gerade wenn man Inspiration und Gestaltungstipps sucht, wird Pinterest stark frequentiert. Bilderkennung spielt hierbei eine große Rolle.

Recommendation: Will man aus Europaletten DIY Möbel bauen, erkennt die KI neben dem Schlagwort auch anhand der angeklickten Bilder welche Designvorlieben vorliegen und schlägt ähnliche Projekte vor bzw. liefert die dazu passende Werbeanzeige (z.B. von dazu passenden Sitzkissen).

Innovativ ist auch das KI-Tool Pinterest Lens. Man nimmt hierbei z.B. eine Zutat mit der Handykamera auf und erh√§lt kreative Rezeptvorschl√§ge. Die Bilderkennung funktioniert selbstlernend und erkennt mittlerweile √ľber eine Milliarde Inhalte.

TikTok

Das Portal, welches vor allem bei j√ľngeren Nutzern Anklang findet, und in China entwickelt wurde, ist eines der am schnellsten wachsenden Sozialen Netzwerke der Welt.

Aufgebaut auf dem KI Software-Framework Zhongtai werten die Algorithmen den vollen Umfang an möglichen Parametern wie Text-/Bild-/Audiodaten aus und helfen dem Content Creator bei der Videobearbeitung und Trend Detection. Dabei wird analysiert, bei welchem Video der User weiterwischt und welches komplett angesehen wird.

Der Empfehlungsalgorithmus ist durchgehend damit beschäftigt mit dem Nutzer zu interagieren und entscheidet anhand der ermittelten Vorlieben eigenständig, was der Nutzer sehen wird. Das Ergebnis ist eine hohe durchschnittliche Verweildauer von 52 Minuten pro Tag bei 800 Mio. Nutzern und hohen Werbeeinnahmen durch personalisiertes Marketing.

Twitter

Der Microbloggingdienst Twitter hat rund 186 Millionen tägliche Nutzer und ermöglicht es mit Hilfe von Tweets (telegrammartige Kurznachrichten) Informationen zu publizieren.

Im Kampf gegen Hate Speech und Fake News setzt Twitter dabei auf intelligente Datenanalyse und baut seine Kompetenz fortlaufend aus. 2019 kaufte man bspw. das Star-up Fabula AI, welches mithilfe von Geometric Deep Learning die Verbreitungswege einer Nachricht analysiert. Mit einer Genauigkeit von 93% lassen sich so Fake News erkennen.

Weitere Anwendungsgebiete sind bspw. intelligente Bildbeschneidungswerkzeuge, die Echtzeit-Auswertung von Live Content und interessenspezifische Vorschläge gemäß den Präferenzen des Nutzers.

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Kann man intelligenter Datenanalyse vertrauen?

Befragung von Jugendlichen zur Bedeutung des Datenschutzes (Quelle: YouGov)
Befragung von Jugendlichen zur Bedeutung des Datenschutzes (Quelle: YouGov)
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So innovativ und praktisch die skizzierten Anwendungen sind, oft begleitet den Nutzer ein ungutes Gef√ľhl, wenn ungewollt Daten preisgegeben. Zukunftsbestimmend f√ľr die freiheitliche Akzeptanz ist daher der konstruktive und offene Diskurs √ľber die Frage, was intelligente Datenanalyse √ľberhaupt zuk√ľnftig leisten soll und darf?

China als autorit√§r gef√ľhrtes Regime, nutzt bereits intelligente Datenanalyse im Zuge seines Social-Credit-Systems. Hierbei wird in mehreren gro√üen St√§dten mithilfe von Kameras das soziale Leben √ľberwacht und analysiert. Auf Basis gro√üer Datenmengen erhalten B√ľrger ein Scoring, welches reale Vorz√ľge oder Nachteile zur Folge hat. Die Daten k√∂nnen beispielsweise generiert werden aus dem Konsumverhalten von Verbrauchern, den Aktivit√§ten in Social Media oder durch die Video√ľberwachung im √∂ffentlichen Raum und dem Stra√üenverkehr.

In Abgrenzung hierzu sind in Deutschland und der Europ√§ische Union die privaten Daten √ľber die Datenschutz-Grundverordnung gesch√ľtzt. Das Ziel besteht darin, die Daten von Individuen zu sch√ľtzen und der Missachtung von Pers√∂nlichkeitsrechten vorzubeugen. F√ľr Unternehmen bedeutet dies einen hohen b√ľrokratischen Aufwand. Was als b√ľrokratisches Hemmnis f√ľr Innovation erscheint, dient jedoch dem Zweck nachhaltiges, vertrauensbasiertes Wachstum zu f√∂rdern.

Befragung von Jugendlichen zur Bedeutung des Datenschutzes (Quelle: YouGov)
Befragung von Jugendlichen zur Bedeutung des Datenschutzes (Quelle: YouGov)
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Datenschutz und die Transparenz des Individuums

Prof. Dr. Christoph M. Flath
Inhaber des Lehrstuhls f√ľr Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement am Betriebswirtschaftlichen Institut der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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KI-Analysen bieten Unternehmen viele Vorteile. Es gibt jedoch eine breite Diskussion dar√ľber, wo die Grenzen von KI liegen soll. Wie sieht die zuk√ľnftige Beziehung zwischen Mensch und Maschine aus? Welche Rolle wird die Technologie einnehmen?

Um Akzeptanz zu schaffen, gilt es Transparenz zu fördern und positive Beispiele und Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen. KI bietet viele Möglichkeiten und die Potenziale sind lange nicht ausgeschöpft. Die Technologie entwickelt sich dynamisch weiter und bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

Um KI-Know-How in Deutschland auszubauen, f√∂rdert die Bundesregierung daher entsprechende Forschungsprojekte und Anwendungen mit ca. f√ľnf Milliarden Euro bis 2025. Auch der Freistaat Bayern stellt hierzu finanzielle Mittel zur Verf√ľgung.

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Technologie und Anwendung

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ZDEX ‚Äď Hands on Digitalisierung

Die digitale Transformation der Wirtschaft stellt insbesondere viele kleine und mittelst√§ndische Unternehmen vor gro√üe Herausforderungen. Hier fehlen oftmals die Fachkr√§fte oder die Zeit, um den Wandel im laufenden Betrieb zu meistern. Hier erhalten Unternehmen aus Unterfranken nun Unterst√ľtzung. Das ESF-ZDEX-Netzwerk bietet dabei f√ľr kleinere und mittlere Unternehmen den Zugang zu verschiedenen Themengebieten ‚Äď die Palette der Themen ist gro√ü und reicht von der k√ľnstlichen Intelligenz (KI) bis zur Grundsatzfragen digitaler Gesch√§ftsmodelle. Der Europ√§ische Sozialfond (ESF) unterst√ľtzt dieses Vorhaben finanziell mit 2 Mio. Euro.


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Das EU-Projekt ESF-ZDEX - Zentrum f√ľr digitales Experimentieren - ist im Mai 2020 offiziell gestartet. Kleine und mittelst√§ndische Unternehmen werden dabei unterst√ľtzt, den digitalen Wandel anhand von konkreten Projekten und gemeinsam mit innovativen Forscherinnen und Forschern aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen anzugehen. Es handelt sich um ein fortlaufendes Projekt, welches zun√§chst bis zum Jahr 2022 durchgef√ľhrt wird. F√ľr interessierte Unternehmen entstehen dabei keine Kosten.

Um am Netzwerk teilnehmen zu k√∂nnen, m√ľssen die Betriebe lediglich im Raum Nordbayern angesiedelt sein und die offiziellen KMU-Kriterien erf√ľllen. Bisher haben bereits mehr als 50 Unternehmen aus verschiedenen Branchen am Programm partizipiert. Hierbei sind bisher nahezu alle Stufen der Integration erreicht worden: Weitere Kooperationen zwischen Unternehmen und Wissenschaftlern stehen in den Startl√∂chern bzw. sind schon im Gange.
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Die f√ľnf Netzwerke des ESF-ZDEX Projekts:

Prof. Dr. Jana-Kristin Prigge, Juniorprofessorin f√ľr Digitales Marketing und E-Commerce an der Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg f√ľhrt kurz aus zu den f√ľnf Netzwerken des ZDEX: Digitale Transformation und vernetzte Produkte, Data Mining, k√ľnstliche Intelligenz und (tiefes) Lernen f√ľr die Arbeitswelt 4.0, Datenanalyse mit Schwerpunkt Verarbeitung nat√ľrlicher Sprache, Digitale Medien und Soziale Roboter / Soziale Agenten, Bildanalyse, Visualisierung und Modellierung komplexer Systeme.

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Prof. Dr. Jana-Kristin Prigge ist zusammen mit Prof. Dr. Fr√©d√©ric Thiesse f√ľr das Netzwerk "Digitale Transformation und vernetze Produkte" zust√§ndig. Betrachtet werden in diesem Cluster diverse Schnittstellenthemen, die zum einen die klassische betriebswirtschaftliche und zum anderen die technologische Sicht auf die Digitalisierung werfen. Es geht dabei nicht nur um die Vernetzung von Produkten, welche beispielsweise Chips und Sensoren einschlie√üen, sondern auch um die digitale Transformation von Prozessen.
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Digitalisierung im Handwerk

Prof. Dr. Jan-Kristin Prigge spricht √ľber die Herausforderungen der Digitalisierung im Handwerk. F√ľr viele Betriebe stellt diese eine gro√üe Herausforderung dar. Das ESF-ZDEX kann hier bei der Ermittlung und Umsetzung von L√∂sungsans√§tzen helfen.

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ZDEX-Erfahrungsbericht vom Kooperationsunternehmen AVATO CONSULTING AG

Isabell Bachmann (Information Manager, Avato Consulting AG) machte sowohl ihren Bachelor, als auch Master Abschluss an der Julius-Maximilians-Universit√§t in W√ľrzburg und arbeitet heute bei der Avato Consulting AG. Seit November 2020 ist die avato consulting AG ein Kooperationspartner von ESF-ZDEX. Isabell Bachmann berichtet √ľber die Erfahrungen des Unternehmens.

Entwicklungen durch eine Kooperation mit ZDEX
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Die Kooperation eines Unternehmens innerhalb des Forschungsprojekts ESF-ZDEX bietet viele Vorteile. Die Partner schließen kostenfreie Kooperationsvereinbarungen und sind nicht langfristig an Verträge gebunden. Die Teilnahme ist komplett unabhängig von der Branche. Ziel des Netzwerks ist es, interessierte und aufgeschlossene Betriebe bestmöglich und passgenau auf die zunehmende Digitalisierung vorzubereiten.

Der Einsatz von KI (K√ľnstlicher Intelligenz) bietet u.a. gro√üe Potenziale um Unternehmen von Routine-Aufgaben zu entlasten und Mitarbeitern mehr Zeit f√ľr strategische Themen zu schaffen. F√ľr die Unternehmen ist die digitale Transformation von Prozessen und Umstellung von Gesch√§ftsmodellen eine gro√üe Herausforderung. Hierbei gilt es oftmals alte Strukturen auszubrechen und durch neue zu ersetzen. Dies erfordert Mut und Anstrengung, ist jedoch erforderlich um in Zukunft wettbewerbsf√§hig bleiben zu k√∂nnen.

Durch die Kooperation mit innovativen Lehrst√ľhlen, werden Unternehmen L√∂sungsans√§tze f√ľr die Zukunft aufgezeigt. Auch f√ľr die Wissenschaftler bieten die Kooperation viele Vorteile. Sie haben die M√∂glichkeiten ihre Forschungsans√§tze und Theorien an echten Praxisf√§llen umzusetzen. Somit entsteht durch das ZDEX eine echte Win-Win-Situation.
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Die Förderung des Projekts läuft zunächst noch bis 2022. Unternehmen aus der Region Nordbayern können weiterhin laufend einsteigen. Die Kooperationsmöglichkeiten werden sehr gut nachgefragt.

Die Erfahrungswerte der teilnehmenden Betriebe sind durchweg positiv. Als besonders positiv erweist sich die breite Abdeckung unterschiedlicher Fachbereiche sowie die unverbindliche und niederschwellige M√∂glichkeit zum Einstieg. Die Netzwerkpartner sind an einer Weiterf√ľhrung des Projekts und aufgebauter Strukturen in der Region interessiert.
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Enthusiasmus f√ľr Digitalthemen teilen

Prof. Dr. Jana-Kristin Prigge erkl√§rt, warum sie am Projekt ESF-ZDEX teilnimmt und berichtet √ľber die positiven Erfahrungswerte.

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Telematik & IoT

Das Zentrum f√ľr Telematik e. V. (ZfT) entwickelt seit 2007 praxistaugliche und interdisziplin√§re L√∂sungen in den Schwerpunkten Raumfahrt, Automatisierung und mobilen Systemen. Dar√ľber hinaus ber√§t das ZfT die regionale Industrie hinsichtlich des Einsatzes von Telematik und unterst√ľtzt die Unternehmen bei der Entwicklung von innovativen Produkten und Dienstleistungen.
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Im Zuge der NetSat-Mission wird zum ersten Mal die Selbstorganisation mehrerer Satelliten im dreidimensionalen Raum als Teil einer Formation im Orbit demonstriert. Dazu werden neue Technologien zur Kontrolle und Koordination der Formation erforscht.
Dies er√∂ffnet innovative Perspektiven f√ľr zuk√ľnftige Sensornetzwerke im Weltraum. Damit wird es m√∂glich sein z. B. dreidimensionale Bilder der Erdoberfl√§che zu machen oder mit Computertomographie-Methoden das Innere von Wolken zu charakterisieren.


Aber was genau ist eigentlich Telematik und wo gibt es Anwendungsfelder in der Industrie?


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Prof. Dr. rer. nat. Klaus Schilling, Vorstand Zentrum f√ľr Telematik e. V. (ZfT)

Telematik ist ein interdisziplinärer Ansatz, der Telekommunikation, Automatisierungstechnik und Informatik kombiniert, um Dienstleistungen an entfernten Orten zu erbringen.

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Wie hängen diese Themen zusammen?
Mit Telematik-Methoden kann man beispielsweise industrielle Produktionsanlagen mit Robotern oder aber auch Satelliten an weit entfernten Orten warten oder fernsteuern.

W√§hrend in der Telematik √ľblicherweise die Telekommunikation meist √ľber Glasfaser oder Funk durchgef√ľhrt wird, kann diese nat√ľrlich auch √ľber Satelliten durchgef√ľhrt werden.

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Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten der Telematik

Prof. Dr. rer. nat. Klaus Schilling erklärt, dass man durch Telematik u.a. die Ablesung von Stromständen wesentlich vereinfachen kann.

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Hohe Effizienz und Schnelligkeit bei weniger Risiko und Kosten

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Potenziale der Telematik im Kontext von I(I)oT

Betreibt ein regional ans√§ssiges Unternehmen eine entfernte Produktionsst√§tte, so ist es mit hohen Kosten verbunden, wenn Spezialisten im Falle eines Maschinendefekts anreisen m√ľssen.
Telematik erm√∂glicht beispielsweise die Fernwartung von Maschinen. F√ľr Unternehmen bedeutet dies mehr Sicherheit, Schnelligkeit und Effizienz. Ebenfalls k√∂nnen Wartungsintervalle angepasst werden, um weitere Kosten zu sparen. Pr√§ventive Fernwartung reduziert zus√§tzlich die Risiken von Ausfallzeiten. Dieses Verfahren wird bereits seit einiger Zeit von gro√üen, global agierenden Unternehmen mit weltweiten Produktionsst√§tten umgesetzt. Telematik bieten jedoch auch kleineren und mittelst√§ndischen Unternehmen gro√üe Potenziale. Die Methoden finden nahezu in allen Branchen Anwendungsf√§lle, vom produzierenden Gewerbe √ľber den Logistikbereich, bis hin zur Gesundheitswirtschaft.


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Die Roboter arbeiten zuverlässig 24 Stunden, rund um die Uhr.

Prof. Dr. rer. nat. Klaus Schilling, Vorstand Zentrum f√ľr Telematik e. V. (ZfT) berichtet √ľber die Potenziale f√ľr die Logistik- und Transportbranche.

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Das ZfT nutzt f√ľr seine Telematik-Dienstleistungen und Produkte meist Daten√ľbermittlungssysteme wie Glasfaser oder 5G-Funk, aber auch Satellitenkommunikationsverbindungen k√∂nnen hier genutzt werden. Dies bietet sich insbesondere dort an, wo keine anderweitigen Kommunikationsnetze verf√ľgbar sind (z.B. in der W√ľste, auf See, in wenig erschlossenen Gebieten).

Die Technologie eröffnet bereits heute innovative Wege zur Optimierung einer Vielzahl von Geschäftsprozessen und entwickelt sich rasant weiter.
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Digitale Geschäftsmodelle

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Chancen und Herausforderungen digitaler Geschäftsmodelle

"Die Corona-Krise hat die digitale Bindung zwischen Kunden und Unternehmen sehr stark unterst√ľtzt, weil die Kunden die M√∂glichkeit haben, ihre Konsumnachfrage unmittelbar in digitaler Form auszudr√ľcken. Unternehmen sind nun gezwungen, dieser Nachfrage entsprechend Ausdruck zu verleihen." 
‚ÄÉ

(Prof. Dr. Axel Winkelmann)‚ÄÉ
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Digital Business bedeutet Automatisierung, Flexibilisierung, Skalierung und Internationalisierung des Leistungsangebots.

Prof. Dr. Axel Winkelmann,
Lehrstuhlinhaber: Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik, Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Kategorisierung von digitalen Prozessen

Quelle: Stufenmodell zur Digitalisierung der IHK W√ľrzburg-Schweinfurt und Prof. Dr. Axel Winkelmann
Quelle: Stufenmodell zur Digitalisierung der IHK W√ľrzburg-Schweinfurt und Prof. Dr. Axel Winkelmann
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Stufe 1: Eine digitale Infrastruktur schaffen und Effizienz steigern

Zun√§chst gilt es das Fundament f√ľr die Digitalisierung des Unternehmens zu schaffen. Dies reicht von der Schaffung des Mindset und der personellen Ressourcen f√ľr die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten bis hin zur Bereitstellung der technischen Infrastruktur. Zus√§tzlich muss sichergestellt werden, dass der Zugriff √ľber Server- und Cloudinfrastrukturen auf alle relevanten Datenquellen sichergestellt ist. Diese beispielhaften Ma√ünahmen sind elementar f√ľr eine Einrichtung und sp√§tere Nutzung der digitalen Infrastruktur sowie der Optimierung von Prozessen.



Stufe 2: Geschäftsprozesse digitalisieren und das eigene Geschäftsmodell weiterentwickeln

Die Schnittstellen zu allen relevanten internen und externen Daten sind herzustellen. Ausgehend von einem soliden Datenfundament, werden Gesch√§ftsprozesse digital transformiert. F√ľr eine bessere Sichtbarkeit im Internet sollten Unternehmen ihren Internetauftritt auf den bekannten Suchmaschinen optimieren. Stufe zwei umfasst damit die digitale Transformation von relevanten Gesch√§ftsprozessen, von der Erfassung und Operationalisierung von Kunden- und Lieferanten bis hin zur Lohnabrechnung von Mitarbeitern.

Stufe 3: Geschäftsprozesse automatisieren und digitale Geschäftsmodelle umsetzen

Der dritte Schritt umfasst die Automatisierung und Integration von Geschäftsprozessen. Jeder Geschäftsprozess, der nicht zwingend manuelle Eingriffe erfordert, sollte digital abgebildet und automatisiert werden. Durch die Operationalisierung von digitalen Prozessen und Daten werden, Entscheidungen beeinflusst und getroffen. Diese sind schneller, genauer und machen Unternehmen effizienter.

Quelle: Stufenmodell zur Digitalisierung der IHK W√ľrzburg-Schweinfurt und Prof. Dr. Axel Winkelmann
Quelle: Stufenmodell zur Digitalisierung der IHK W√ľrzburg-Schweinfurt und Prof. Dr. Axel Winkelmann
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Die IHK W√ľrzburg/Schweinfurt und der Lehrstuhl f√ľr Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Universit√§t W√ľrzburg haben in der Studie "Digitalkompass 2020" unter anderem untersucht, welche Chancen f√ľr die regionale Wirtschaft durch zunehmende Digitalisierung entstehen, welche Herausforderungen zu meistern sind und welche Projekte in bereits in der Vergangenheit umgesetzt wurden.

Der Großteil der befragten Unternehmen befindet sich derzeit auf der ersten und zweiten Stufe, dem Auf- und Ausbau digitaler Infrastruktur, respektive digitaler Geschäftsprozesse.

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Nachholbedarfe und die Digitalisierung als langfristige Daueraufgabe

Prof. Dr. Axel Winkelmann
Lehrstuhlinhaber: Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik

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Mit Flexibilität und Digitalisierung die Krise als Chance nutzen.

Website: Pre-Corona und heute

Am Beispiel der Anpassung des Webauftritts des W√ľrzburger Restaurants "Kullmanns" lassen sich mehrere Elemente der ersten und zweiten Stufe der Digitalisierung (gem√§√ü v.g. Stufenmodell, Digitalkompass 2020) aufzeigen:

‚Ė∂ÔłŹ Integration von Bestellm√∂glichkeit auf der Plattform
‚Ė∂ÔłŹ Digitale Reservierung: Verkn√ľpfung der Website mit dem internen System
‚Ė∂ÔłŹ Systemoffenheit: Gutscheine ger√§te√ľbergreifend verf√ľgbar

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Gastronomie meets Plattformökonomie - Mehr Angebot, mehr Abhängigkeit

Prof. Dr. Axel Winkelmann erkl√§rt die Vor- und Nachteile der Plattform√∂konomie im Bereich der Gastronomie. Die Mechanismen des Plattformgesch√§fts b√ľndeln das Angebot, schaffen Transparenz und bieten dem Konsumenten direkten Zugriff auf ein breites Angebotsspektrum. Dies ist f√ľr die partizipierenden Unternehmen ein Vorteil, auf der anderen Seite nimmt die Plattform f√ľr die B√ľndelung von Angebot und Nachfrage eine Provision und wird dadurch zum Gatekeeper, mit ma√ügeblichem Einfluss auf den Marktzugang.

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Lieferando

Monopolist
- Gr√ľndung: 2009
- ZUGEH√ĖRIGKEIT: Just Eat Takeaway (anf√§nglich Citymeal)
- Funktion: Online-Plattform und Vermittler zwischen Kunde und Restaurant
- Profitorientiert
- Geschätzter Marktanteil 2019: 98% der Bestellungen (Quelle: holyeats.de)

Lieferando zugehörig

Seit 2019 hat Lieferando eine monopolähnliche Stellung auf dem deutschen Markt;
zahlreiche Lieferdienste in Deutschland sind Teil des Unternehmens.

speisekarte.de

- Gr√ľndung: 2008
- ZUGEH√ĖRIGKEIT: unabh√§ngig
- Funktion: Bestellplattform 
- Profitorientiert

Gastro-Retter

 - Gr√ľndung: 2020 (Gastroretter); 
- Zugeh√∂rigkeit: Private B√ľrgerinitiative
- Funktion: Bestellplattform 
- Non-Profit

Amadeus360

- Gr√ľndung: 2020
- Zugehörigkeit: GastroMIS
- Funktion: auf dem Kassensystem aufbauendes Modul: Abholservice, Schnittstelle zu Lieferando möglich
- Profitorientiert

Lightspeed (fr√ľher Gastrofix)

- Gr√ľndung: 2012, Gastrofix Hilfsprogramm: 2020
- Zugehörigkeit: Lightspeed
- Funktion: Digitalpaket f√ľr Bestellplattformen, Lieferservice-Finder f√ľr Deutschland sowie kostenlose Webinare
- Profitorientiert

Too Good To Go

- Gr√ľndung: 2015
- Zugehörigkeit: Unabhängig, Kooperation mit Unileverfoodsolutions
- Funktion: Digitale Bestellplattform
- Profitorientiert

speisekarte.de

- Gr√ľndung: 2008
- Zugehörigkeit: unabhängig
- Funktion: Bestellplattform 
- Profitorientiert

SAVE YOUR SHOP

- Gr√ľndung: 2020 (Gastroretter); LIMZ Solutions GmbH (2014)
- Zugehörigkeit: LIMZ Solutions GmbH
- Funktion: Einrichtung eines Onlineshops innerhalb von 48 Stunden
- Profitorientiert

#Supportyourlocalgastro

- Gr√ľndung: 2020
- Zugehörigkeit: Unabhängig
- Funktion: Bestellplattform
- Non-profit

Abholhelden.de

- Gr√ľndung: 2020
- Zugehörigkeit: Unternehmer Bernd Förtsch
- Funktion: Bestellplattform 
- Profitorientiert

gemeinsamdadurch.de

- Gr√ľndung: 2020
- Zugehörigkeit: Sparkassen Innovation Hub
- Funktion: Online-Plattform f√ľr Gutscheinverk√§ufe
- Non-Profit

GastfreundschaftByMelitta

- Gr√ľndung: 2020
- Zugehörigkeit: Melitta Professional Coffee Solutions, Ticket24 und Point Digital
- Funktion: Online-Plattform f√ľr Gutscheinverk√§ufe
- Non-Profit

#PayNowEatLater

- Gr√ľndung: 2020
- Zugehörigkeit: unabhängig
- Funktion: Online-Plattform f√ľr Gutscheinverk√§ufe
- Non-Profit

Dein-Lokal-nebenan

- Gr√ľndung: 2020
- Zugehörigkeit: DEHOGA NRW
- Funktion: Online-Plattform
- Non-Profit

Lokalhelden

- Gr√ľndung: 2020
- Zugeh√∂rigkeit: Bayern 3, DEHOGA Bayern, Bayerischen Staatsministeriums f√ľr Ern√§hrung, Landwirtschaft und Forsten
- Funktion: Online-Plattform
- Non-Profit

Pepperfox

- Gr√ľndung: 2020 (Gastroretter); LIMZ Solutions GmbH (2014)
- Zugehörigkeit: unabhängig (Björn Konzelmann)
- Funktion: Suchmaschine f√ľr Gastrobetriebe, die in der Corona-Krise einen Abholservice oder Lieferservice anbieten
-Non-Profit

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Intermediäre fordern ihren Beitrag und fördern das Geschäft.

Prof. Dr. Axel Winkelmann
Lehrstuhlinhaber: Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik

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Die Corona-Pandemie hat den "Digitalisierungsdruck" in vielen Betrieben und Organisationen erh√∂ht. Einerseits wurden viele Defizite aufgedeckt, andererseits haben zahlreiche Betriebe die Krise als Chance genutzt und sich schnell angepasst und kundenorientiert weiterentwickelt. Grunds√§tzlich ist jedoch festzuhalten, dass gastronomische und touristische Angebote im Kern auf Pr√§senz ausgerichtet sind. Es ist daher wichtig, dass in dieser Branche eine schnelle und transparente √Ėffnungsperspektive entwickelt und umgesetzt wird.

Was hier beispielhaft f√ľr die Gastronomie dargestellt wurde, ist praktisch in jeder Branche zu beobachten. Der digitale Wandel hat bereits vor Corona Fahrt aufgenommen und sich im Zuge der Pandemie nochmals beschleunigt. Digitale Disruption kann jede Branche treffen und wer nicht bereit ist den Wandel als Chance zu sehen, riskiert in Zukunft nicht mehr wettbewerbsf√§hig zu sein.

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Digitale Geschäftsmodelle & IoT

Die Idee des ‚ÄěInternet of Things‚Äú, dem Internet der Dinge, ist nicht neu. In den 1990er Jahren wurde der Begriff zum ersten Mal definiert. Dahinter steht kurz zusammengefasst, die Vernetzung physischer Dinge mit dem Internet.

Die M√∂glichkeiten f√ľr die Wirtschaft sind enorm. Die Planung, Implementierung und Anwendung ist dagegen eine gro√üe Herausforderung f√ľr Organisationen.


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Was steckt hinter dem Begriff IoT?

Prof. Dr. Frédéric Thiesse
Lehrstuhl f√ľr Wirtschaftsinformatik und Systementwicklung, Julius-Maximilians-Universit√§t W√ľrzburg

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Wenn man √ľber das Internet der Dinge spricht, dann assoziiert man damit h√§ufig den industriellen Bereich. Hier spricht man auch vom Industrial Internet of Things (IIoT). Doch auch im Gesundheitswesen bieten sich durch die Vernetzung von physischen Objekten mit dem Internet viele Potenziale.

Laut Prof. Dr. Frederic Thi√©ss√© wird die Implementierung des Internet der Dinge im Gesundheitsbereich jedoch noch einige Zeit dauern. Grund ist die √§u√üerst sensible Handhabung des Datenschutzes sowie staatliche Regulierungen.

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Technologie bringt einen Mehrwert f√ľr Patienten

Prof. Dr. Frédéric Thiesse
Inhaber Lehrstuhl f√ľr Wirtschaftsinformatik und Systementwicklung an der Universit√§t W√ľrzburg

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Das Internet der Dinge im Gesundheitsbereich vernetzt den Menschen als physisches Objekt mit dem Internet. Die Potenziale sind nicht auf die digitale Krankenakte begrenzt. Durch die Vernetzung, Digitalisierung und Operationalisierung von Daten können Fortschritte im Bereich der Therapie und Diagnostik erreicht werden. Von der automatisierten Insulinvergabe bei Diabetikern bis hin zu konstanter Messung lebensnotwendiger Parameter von chronisch erkrankten Patienten sind hier viele digitale, automatisierte Therapiemöglichkeiten denkbar.

Die Potenziale sind nicht auf die digitale Krankenakte begrenzt. Durch die Vernetzung, Digitalisierung und Operationalisierung von Daten können Fortschritte im Bereich der Therapie und Diagnostik erreicht werden. Von der automatisierten Insulinvergabe bei Diabetikern bis hin zu konstanter Messung lebensnotwendiger Parameter von chronisch erkrankten Patienten sind hier viele digitale, automatisierte Therapiemöglichkeiten denkbar.

Das Thema wird bereits seit geraumer Zeit in der Mainfranken, im Zentrum f√ľr Telemedizin in Bad Kissingen vorangetrieben. Hier entstehen L√∂sungen f√ľr digitales Patientenmonitoring, Patientensprechstunden aber auch telemedizinische Unterst√ľtzung im Notfallmanagement.

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Vernetzung, Flexibilisierung, Automatisierung und Globalisierung - das Internet der Dinge hat l√§ngst Einzug in unseren Alltag gehalten. Von der Fabrikhalle bis hin zur medizinischen Behandlung. W√§hrend wir t√§glich mit der Technologie in Ber√ľhrung kommen, ist es uns in der Praxis nicht immer bewusst. IoT bietet enormes Potenzial, welches durch 5G-Technologie nochmal w√§chst. 

Allerdings sind mit der Einf√ľhrung und Umsetzung zahlreiche Hemmnisse verbunden. Diese reichen oftmals von der Hardware und dem Mindset in Organisationen bis hin zum Datenschutz. 

Wohin geht nun die Reise von IoT? Es ist davon auszugehen, dass die Technologie deutlich an Bedeutung gewinnen wird und in nahezu alle Bereiche des Arbeits- und Privatlebens Einzug halten wird. Aus diesem Grunde sollte man sich dem Thema nicht verschlie√üen. Die Zukunft geh√∂rt denen, die Anpacken und die Chancen sehen. 
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Wohin geht die Reise des Internet der Dinge?

Prof. Dr. Frédéric Thiesse
Lehrstuhl f√ľr Wirtschaftsinformatik und Systementwicklung an der Universit√§t W√ľrzburg

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